8 x 11 Jahre Karnevalskomitee wird am 19. Januar groß gefeiert. Prinz Paulo I. fährt im Februar nach Berlin.

Die Eischwiele Karnevalsfamilie feiert Geburtstag. Und zwar mit viel Tamtam und hoffentlich vielen Gästen: „8 x 11 Joare zesammestonn – 8 x 11 Jahre Karnevals-Komitee der Stadt Eschweiler“ lautet das Motto der Session und natürlich auch am Samstag, 19. Januar, wenn dieses närrische Jubiläum gebührend begangen wird.

Mit allen Gesellschaften und allen Fastelovendsjecken und allen, die sich der Eischwiele Fastelovend verbunden fühlen, möchte das Karnevals-Komitee der Stadt Eschweiler den ehrwürdigen Tag verbringen. Dabei ziehen Präsident Norbert Weiland, Vizepräsident Walter Münchow, Vizepräsident René Costanini, Geschäftsführer (Zekretär) Harald Ripp, Schatzmeister Christian Wolny und der künftige Prinzenführer Karl-Heinz Kamm nicht nur das ein oder andere Ass aus dem Ärmel, sondern verteilen auch den eigens aufgelegten Jubiläumsorden an aktive Vertreter der Gesellschaften.

Geschäftsführendes Karnevals-Komitee (Foto: Irmgard Röhseler)
Geschäftsführendes Karnevals-Komitee (Foto: Irmgard Röhseler)

Dank an die Mitstreiter

„Wir möchten diesen Tag ganz bewusst mit den Bürgern feiern“, freuen sich Komiteepräsident Norbert Weiland und seine Mitstreiter. „Es soll ein Fest des Dankes werden“, so Weiland weiter. „Ohne all die Menschen, die in den 88 Jahren für den Karneval gearbeitet und ihre Ideen eingebracht haben, hätte diese Tradition heute nicht diesen hervorragenden Stellenwert! Wir sind wie eine Maschinerie, wo die kleinen genauso wie die großen Zahnräder genau ineinandergreifen. Denn nur was im Detail funktioniert, kann auch im Großen gelingen.“

Nach einem (nicht öffentlichen) Empfang für geladene Gäste im Rathaus, geht es mit der Feuerwehrkapelle und dem Regimentsmusikzug der Scharwache zur Pfarrkirche St. Peter und Paul. Dort beginnt um 17.30 Uhr der offizielle Teil mit einem ökumenischen Gottesdienst. Die Zelebranten sind Pfarrer Michael Datené und Pfarrer Thomas Richter. Musikalisch begleiten das Orchester der Feuerwehr und die Mundartgruppe Kröetsch. Das Besondere an dem Gottesdienst ist, dass die Karnevalisten Gebete und Fürbitten vortragen. Statt aus der „Bütt“ hat Dr. Heinz Jansen, Sprecher des Komitee-Ehrenrates, die hohe Ehre von der Kanzel zu predigen. Und auch die hübschen Komitee-Mariechen tanzen durch die Reihen der Kirchenbesucher, um die Kollekte einzusammeln. Höhepunkt der Feierlichkeiten wird sicherlich der Schlussakkord auf dem Marktplatz sein. Der Regimentsmusikzug der Scharwache präsentiert unter der Leitung von Scharwach-Kommandant Wolfgang Maassen um 19 Uhr einen „karnevalisierten Zapfenstreich“, den die Scharwache damals zum Abschied von Dr. Franz Jansen gespielt hat. Begleitet und bunt umrahmt werden die Musiker von allen Standartenträgern des Karnevals-Komitees. Nach dem Geburtstagsständchen möchte das Komitee mit allen Gästen anstoßen und lädt zu Freibier (und auch zu nicht alkoholischen Getränken) ein – und zwar so lange der Vorrat reicht.

Als hätte Angela Merkel das große Ereignis vorausgesehen, lud sie jüngst Paulo, den Eschweiler Karnevalsprinzen in spe, und dessen künftigen Zeremonienmeister Pedro (Mendes) zum Prinzenempfang ins Bundeskanzleramt ein. Ein schöneres Geschenk hätte die Bundeskanzlerin der Eischwiele Fastelovendsfamilie wohl nicht machen können. Und so zieht eine kleine indestädtische Karawane am 19. Februar nach Berlin, um dort erstmals in der Eschweiler Karnevalsgeschichte – das Bundesland NRW würdig und majestätisch zu vertreten.

Erster Rosenmontagszug 1851

Der erste Rosenmontagszug schlängelte sich erstmals im Jahre 1851 durch die Indestadt. Erst 1930 konstituierte sich aus den damals bestehenden fünf Karnevals-Gesellschaften ein sogenanntes Rosenmontagszug-Komitee. Dieses Komitee verwirklichte dann im Februar 1930 den Wunsch vieler Eschweiler Bürger nach einem Rosenmontagszug. Diesem ersten Rosenmontagszug nach dem Ersten Weltkrieg folgten in den Jahren 1933 bis 1939 (1931 und 1932 fanden wegen der in Deutschland herrschenden Not keine Umzüge statt) unter der Leitung des Rosenmontagszug-Komitees prachtvoll ausgestattete Rosenmontagszüge, die alljährlich tausende Zuschauer aus dem weiten Umland nach Eschweiler zogen. Erster namentlich genannter Präsident war Fritz Neumann, der dem Komitee von 1933 bis 1935 vorstand. Nach August Buchacker, Toni Menzel, Jakob Faensen, Hermann Kraemer und Oskar Jansen machten der legendäre Jupp Carduck und seine Mitstreiter die Eischwiele Fastelovend über die Grenzen hinaus bekannt. 31 Jahre lang (1970 bis 2001) stand er an der Komiteespitze, begleitet unter anderem von seinem damaligen Zekretär Männ Dohmen, der ebenfalls 30 Jahre lang im Komitee agierte und den Eschweiler Karneval maßgeblich mitprägte. Seit 2001 ist es Komiteepräsident Norbert Weiland, der mit seinem Team das schöne Brauchtum mit viel Herz und Leidenschaft erhält, ausübt und vorantreibt.

(Wir zitieren die Eschweiler Nachrichten vom 09.01.2019, Text und Fotos: Irmgard Röhseler)

8 x 11 Jahre Karnevals-Komitee – Zum Jubiläum Post von Angela Merkel