Die Prinzenproklamation gleicht dem Motto des neuen Prinzenduos: „Blau und kunterbunt“. Tolles Programm. 

ESechs Stunden voller Gefühl und Emotionen! Im Rahmen einer denkwürdigen Proklamation inthronisierte Komiteepräsident Norbert Weiland „Funke Schwaades“ zu Prinz Paulo I. und knüpfte damit ein unzertrennliches Band zwischen südländisch-portugiesischer Lebensfreude und rheinisch-indestädtischem Frohsinn.

Gemeinsam mit seinem Zeremonienmeister und Bruder Pedro wird die frischgebackene Tollität sich nun auf eine fünfeinhalbwöchige Traumreise begeben. Einen Vorgeschmack auf das, was kommen wird, bekamen Paulo Alexandre dos Santos Mendes sowie Pedro Nuno dos Santos Mendes bereits während ihres jubelumtosten Einmarschs.

Wenige Minuten zuvor, die Uhr zeigte am Samstagabend exakt 19.26 Uhr an, hatte Pedro Mendes erstmals mit seinem Zeremonienmeisterstab drei Mal getuppt, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erlangen. „Es ist ein geradezu atemberaubendes Gefühl, hier oben zu stehen. Ich empfinde Dankbarkeit gegenüber meiner Frau Melanie und meinen drei Kindern. Ich bin stolz auf die Stadt Eschweiler und meine Blaue Funken. Und ich bin glücklich, dass Paulo die richtige Wahl getroffen hat. Wenn er denn eine hatte“, so der angehende Zerm, bevor er sein Bruderherz mit den Worten „Der Gockel braucht seine Federn“ zur Tat, beziehungsweise zum Einmarsch schreiten ließ. Gefühlt einige Stunde später auf der Bühne angekommen, wurde das Duo schnurstracks von Norbert Weiland, der zuvor neben weiteren zahlreichen Ehrengästen mit Joao Mira Gomes keinen Geringeren als den portugiesischen Botschafter in Deutschland hatte begrüßen dürfen, in Empfang genommen.

Die entscheidenden Worte

Der Komiteepräsident skizzierte kurzerhand die Lebensläufe der beiden Hauptprotagonisten des Abends, um schließlich die entscheidenden Worte zu sprechen: „Kraft meines Amtes und mit der eindeutigen Zustimmung des Prinzenwahlausschusses vom 2. Oktober des vergangenen Jahres proklamiere ich dich zu Prinz Paulo I.“, läutete Norbert Weiland die Regentschaft des leidenschaftlichen Blauen Funkens, Benfica-Anhängers und Bit-Boys-Keglers ein. Ausgestattet mit den Insignien Mütze, Pritsche, Stern, Urkunde und Stammbuch nahm seine Tollität unmittelbar darauf erstmals als Herrscher über das Narrenvolk die Huldigung desselben entgegen. Der folgende traditionelle Programmpunkt sollte dann wohl für alle direkt Beteiligten sowie Zuseher und Zuhörer außergewöhnlich emotionale und berührende Momente bereithalten: Rudi Bertram übergab den Stadtschlüssel an Prinz Paulo I. Zuvor hatte sich der von schwerer Krankheit genesene Bürgermeister für die Ovationen des Publikums sichtlich bewegt bedankt. „Dies hat mir gut getan!“ In Richtung der Tollität und des Zeremonienmeisters betonte Rudi Bertram, dass er die beiden schon lange und im besten Sinne als „echte Eischwiele Jonge“ kenne. „Bleibt bitte auch in den kommenden Wochen so, wie ihr hier und jetzt seid. Alles andere wäre unecht“, so der Wunsch des Bürgermeisters. Komiteepräsident Norbert Weiland hatte zuvor betont, dass die Ämter des Prinzen und des Zeremonienmeisters nicht nur grenzenlose Freude bedeuteten, sondern auch beinhalteten, Verantwortung zu übernehmen. „Behandelt wirklich alle Menschen gleich und steht dafür ein, dass der Eischwiele Fastelovend keine hemmungslose Orgie, sondern ein jahrhundertealtes Brauchtum darstellt, das gepflegt werden muss!“

Dass Paulo und Pedro mit den besten Voraussetzungen in den nun anstehenden Feiermarathon gehen, bewies das Brüderpaar im weiteren Verlauf des Abends immer wieder eindrucksvoll. Gemeinsam mit den Nothberger Fanfarentrompetern stimmte das Duo den ersten „Laridah“ der Regentschaft an, umringt von den Mitkeglern der legendären Bit-Boys legten die Beiden eine tänzerisch heiße Sohle aufs Parkett, die so manchen Zuschauer wahrlich „vom Stuhl haute“, bevor Prinz und Zerm zu später Stunde und begleitet von den Inde-Singers ihr Sessionslied „Et Levve is wie Fastelovend, blau und kunterbunt“ den schon bald begeistert mitsingenden Untertanen präsentierten.

Was die Stunde in den kommenden Wochen geschlagen hat, machte Prinz Paulo I. während seiner „Regierungserklärung“ unumwunden deutlich: Unter anderem forderte er jede indestädtische Karnevalsgesellschaft auf, im Rathausquartier einen Steinhaufen ihrer Wahl farblich zu gestalten.

Kunterbuntes Treiben

Abwechslungsreiches und kunterbuntes Treiben bot das weitere Programm: Die Jugendtrompeter der KG Eefelkank Hastenrath unter der Leitung von Simon Grün stellten ihr Können bereits vor dem offiziellen Startzeichen unter Beweis. Hofnärrin Dorothee Schmitz legte den Daumen in die eine oder andere Eschweiler Wunde, die da Kneipensterben oder Parken in der zweiten Reihe heißen. Mit einem Lächeln („Tränen hätte er nicht gewollt“) und der Feststellung „Wir vermissen Dich!“ gedachte Dorothee Schmitz schließlich Äu Lersch, zu dessen Ehren sich das Publikum von den Plätzen erhob. Voller Esprit, Eleganz und Akrobatik präsentierten sich die Tanzgruppen der KG Eefelkank, bei der die beiden Zeremonienmeister-Töchter Alina und Jana aktiv sind, der KG Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler sowie die Mariechen- und Tanzpaargruppe des Komitees. Jonas Wintz schlüpfte als „Penner von nebenan“ in die Haut zahlreicher weiterer indestädtischer Redner-Asse und brillierte mit Schauspielkunst. Ein einmaliges „Revival“ zelebrierten „Die 5 singenden Wirte“ mit Delio Duarte, Michael Esser, Jannis Argiriou, Theo Rinkens sowie Marc und Frank Lersch, die stimmungsvoll und mit ansteckender Sangeslust ihre Titel „International“ und „Prost – Hurra“ präsentierten. Die „Jonge vam Dörep“ kleideten das Leben von Prinz und Zerm in sechs Worte: Hotel, Wandern, Blaue Funken, Fußball, Kegeln und Roboter. Ex-Prinz Karl-Heinz Schröteler und Ex-Zeremonienmeister Gregor Wings überbrachten Glückwünsche im Namen des karnevalistischen Hochadels. Natürlich ließen es sich auch die Blauen Funken nicht nehmen, ihrem Gespann die Aufwartung zu machen.

Das neue Tanzpaar Carina Hauck und Marcel Jastrinski wirbelte über die Bühne, bevor Sänger Uwe Müller gefühlvoll deutlich machte „M´r sin Prinz“. Schließlich fasste Präsident Marc Engelhardt die beiden Personen ins Auge, ohne die es das portugiesisch-indestädtische (oder umgekehrt) Prinzengespann nicht gäbe: Die Eltern von Prinz Paulo I. und Zeremonienmeister Pedro. „Was für ein Glück für uns alle, dass diese beiden vor vielen Jahren den Weg nach Eschweiler angetreten haben. Als Ergebnis einer absolut gelungenen Integration steht lebenslange Freundschaft!“ Große Worte am Ende eines großen Abends. Auf fünfeinhalb große Wochen.

Wir zitieren die Eschweiler Nachrichten vom 28.01.2019, Text: Andreas Röchter. Bilder: prinz-paulo.de

Prinz Paulo I. und Zerm Pedro legen los!